Ganztagsschul-Projekt
"Die Welt in unserer Schule"
Globales Lernen in Kita und Ganztagsgrundschule
Im Zuge der Bundes-Unterstützung für Ganztagsschulen hat Berlin zunächst nur Grundschulen zu Ganztagsschulen ausgebaut. Solche neuen bildungspolitischen Entwicklungen bieten eine Chance für entwicklungsbezogene NGO's, sich in der Schule sowohl im Unterricht als auch im Betreuungszeitraum einzuklinken und als Partner für innovatives zukunftsbezogenes Lernen entdeckt zu werden. Damit vergrößert sich auch die Chance, mit globalen Themen langfristig in den Lehrplan und das Profil der Schule aufgenommen zu werden. Positive Beispiele dieser Art gibt es bereits in Rheinland-Pfalz und Bremen. In Berlin gibt es ein Modellversuch des EPIZ. ASET e.V. möchte hier seine Erfahrungen einbringen. Bei den Ganztagsschulen handelt es sich entweder um offene Ganztagsschulen, bei denen der Unterricht morgens und die außerunterrichtliche Betreuung nachmittags läuft oder um gebundene Ganztagsschulen, bei denen alle Kinder am Ganztagsbetrieb teilnehmen, so dass der ganze Tag auch rhythmisiert (mit abwechselnden Phasen von Lernen und Erholung) stattfinden kann. Die überwiegende Zahl von Ganztagsschulen in Berlin sind dem ersten Modell zuzurechnen, wo die Eltern darüber bestimmen, wie lange ihr Kind in der Schule sein soll. Die Ganztagsschulen sind daran interessiert, mit finanziell unabhängigen Kooperationspartnern zusammen zu arbeiten, die Kurse allein verantwortlich übernehmen. Dies gilt sowohl für offene wie für gebundene Ganztagsschulen. Die Schulen suchen nach Unterstützern, die verlässlich sind, professionell Lerneinheiten gestalten und dies kontinuierlich über mindestens ein Schulhalbjahr. Entsprechend sollen die Angebote sich auf das komplette Schul(halb)jahr beziehen, also Februar bis Juli 2006, bzw. August 06 bis Januar 07. Bei anderen Ganztagsschulen oder in Kitas kann man auch davon ausgehen, zusammen mit Lehrkräften oder ErzieherInnen im .Normalbetrieb. zu arbeiten, was mehr Flexibilität erfordert, weil es schwerer mit den Gewohnheiten zu koppeln ist. Die Erfahrungen hat ASET e.V. in seinem eigenen Kitaprojekt im letzten Jahr - mit Unterstützung des EED und des Katholischen Fonds - erwerben können, als ReferentInnen von ASET in zwei Kitas in Berlin-Kreuzberg kontinuierlich über ein Vierteljahr Einheiten zum globalen Lernen mit Vorschulgruppen gestaltet haben. Ähnlich soll nun 2006 kontinuierlich mit fünf festen Kindergruppen gearbeitet werden. Die ReferentInnen sind pädagogisch versierte Menschen mit Migrationserfahrungen. Zusätzlich zu den Veranstaltungen mit den Kindern kommen vorbereitende und begleitende Fortbildungen und didaktische Gespräche sowie eine kontinuierliche prozessbegleitende Evaluierung, die pro Gruppe in einer gemeinsamen auswertenden Bilanzierung endet. Um den globalen Lernansatz zu verstetigen und zu intensivieren soll für MultiplikatorInnen ein Wochenendseminar im Herbst angeboten werden, wobei neben den Erfahrungsaustausch das Entwerfen von weiterführenden Projektideen tritt. Bei diesem Seminar machen sich die Teilnehmenden mit Fragen zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung und den MDG.s vertraut, bzw. bringen solche Erfahrungen bereits ein. Bei den Fortbildungen werden auch jeweils KollegInnen aus dem weiteren Umfeld eingeladen, so dass in anderen Kindergruppen oder im Klassenunterricht globale Themen ihren Niederschlag finden können. Material dazu soll auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden. Speziell an Berufsfachschulen und anderen Ausbildungsstätten für ErzieherInnen sollen einzelne Seminare zum Globalen Lernen und Praxismöglichkeiten angeboten werden.
Themen/Ziele
Mit spielerischen, kreativen und künstlerischen Methoden soll zu Bildern assoziiert, zu Geschichten und Liedern gesungen, gespielt und getanzt sowie viel Zeit genommen werden, sich mit den Phänomenen der Verschiedenheit und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. Es gilt, jeweils bei der Erfahrungswelt der Kinder anzusetzen, sie in ihrer Identität zu stärken und auf eine Horizonterweiterung hin zu führen. Bilder, Collagen, Kostüme etc. werden erstellt und Eltern zu Aufführungen eingeladen werden. Diese sind auch stets durch die Erzählungen der Kinder, die wie Multiplikatoren wirken, zuhause involviert, so dass das Projekt nicht nur intern, sondern in gewissem Sinne auch für eine breitere Öffentlichkeit für die Millennium Goals sensibilisiert. Eine Vorstellung des Programms erfolgte auf dem Forumstag
"Globalisierung als Herausforderung für Schule und Ausbildung in
Berlin" am 7.9.2006 von 15 - 20.30 Uhr im Berliner Roten Rathaus. Am 24.9. 2008 wird eine Fachtagung sich mit den Erfahrungen mit Globalem Lernen in Grundschulen befassen.
|
![]() |
|||
| © ASET e.V. Berlin | Druckversion | Letzte Änderung: April 11. 2013 11:31:27 | Login | Powered by CMSimple |