Kaffeeparcours


Kiezaktionen zum fairen Handel
Bei den öffentlichkeitswirksamen Aktionen zum fairen Handel werden die globalen Bezüge des Alltags thematisiert. Seit April 2005 führen wir diese Aktionen durch, die Familien handlungsorientiert in ihrem nachbarschaftlichen Umfeld bei Stadtteilaktionen ansprechen. Dabei gibt es bei der Verfolgung des Kaffees vom Anbau bis zum duftenden Getränk in der Tasse für jede Altersgruppe etwas zu entdecken.

               Nächste Termine: bei Aktuelles     

Ehrgeiziges Ziel des in Kiezaktionen vorgestellten Kaffeeparcours ist es, PassantInnen einzuladen, sich über globale Handelsbeziehungen Gedanken zu machen. Das Aktionsmaterial "Kaffeeparcours", das durch praktisches Erleben ermöglicht, den Weg des Kaffees nachzuvollziehen, ist ein hervorragendes Medium, bei einzelnen und Familien Interesse für den Alltag von Menschen am anderen Ende der Konsumkette zu wecken. Es lohnt sich, da der interaktive, spielerische Ansatz - gerade auch für Familien (s. Kasten) - sehr gut geeignet ist, auf globale Themen aufmerksam zu machen, die Akzeptanz von "Fair-trade"-Produkten zu erhöhen und die Möglichkeit eigener Beiträge zu einem gerechteren Welthandel darzulegen. Um gerechtere Nord-Süd-Beziehungen zu erreichen, müssen ungerechte Produktionsformen und Preise aufgehoben werden (z.B. Kinderarbeit in der Teppichherstellung, unwürdige Produktionsbedingungen in Weltmarktfabriken oder Unterbezahlung von Rohstoffen wie Kaffee, Kakao u.v.a.m.).

...zum Beispiel Kaffee
Bei dem Kolonialprodukt Kaffee, den wir ganz selbstverständlich täglich konsumieren, reicht die "Eine Welt" - in vielfältiger, oft auch unsichtbarer Weise - bis in unser Haus hinein. Beim Kaffeeparcours, einer Mitmachaktion, entdecken Familien spielerisch den Weg des Kaffees nach Berlin. Alle Stationen werden durchgespielt: pflücken, schleppen, handeln, rösten, mahlen. Sie begegnen den Geschichten der Menschen, die von Anbau, Transport und Vermarktung des Kaffees leben. Globale Bezüge werden durch ein Produkt des täglichen Konsums lebendig. Die Familie arbeitet im Parcours eng zusammen. Die Kinder zählen die Kaffeebohnen, alle schleppen Kaffeesäcke. An der Börse sind sie als Kaffeepflücker gezwungen, ihren Kaffee zu extrem niedrigen Preisen an den Zwischenhändler zu verkaufen, und später als Konsumenten teuer wieder einzukaufen. "Wenn man sich die ganze Arbeit klarmacht, ist der Kaffee eigentlich viel zu billig", stellt so mancher fest und kauft ein Päckchen fair gehandelten Kaffee, der zwar etwas teurer ist (1-2 cent pro Tasse!), aber den ProduzentInnen einen höheren, d.h. faireren Preis bezahlt. Der Duft des Röstens beflügelt alle. Das nachfolgende Quiz wird in Teamarbeit gelöst. Alle benötigten Informationen finden sich in der Ausstellung über die Geschichte und den Welthandel. Und während die Eltern den selbst gemachten Kaffee genießen, ist die Älteste vielleicht schon bei der Börse und übernimmt den Job als Börsenmaklerin. Diese Aktion ermöglicht lebendiges und lustvolles Arbeiten zu einem globalen Thema (aus der Arbeit des FEZ).

Die Möglichkeit, durch eigenes Verhalten zu einer gerechteren Gestaltung von Globalisierung beizutragen, steigert die eigene Verantwortlichkeit für eine zukunftsfähige Gesellschaft. Gleichzeitig führt der partizipative familienorientierte Ansatz zu neuen lustvollen und lehrreichen ganzheitlichen Kommunikationsformen innerhalb von Familien und in der Öffentlichkeit. Durch die Auswahl der Aktionsorte wird für die Thematik u.a. die Bevölkerungsgruppe der Migranten angesprochen, die sonst eher weniger an der Diskussion um fairen Handel und Globalisierung eingebunden ist.

Durch Schulungen erhalten außerdem Schüler, Pädagogen, Eltern und sonstige Interessierte, die sich aktiv bei der Gestaltung der Aktionen einbringen, ein tieferes Verständnis von fairem Handel, Gerechtigkeit und globalen Zusammenhängen. Sie werden dadurch an die entwicklungspolitische Bildungsarbeit herangeführt und für weiteres ehrenamtliches Engagement geworben. Die erreichten Personen können dann das Anliegen auch nach Abschluss des Projekts in Kooperation mit den lokal agierenden Gruppen (Schulen, Kirchengemeinden, Agenda- und Stadtteilgruppen ) weiter tragen und als MultiplikatorInnen für Nachhaltigkeit sorgen. Das Vorhaben wurde 2005 mehrfach von der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit beim Wirtschaftssenat Berlin sowie von InWEnt gefördert. Weitere Förderungen  ermöglichen die Weiterarbeit in 2006.

Die nächsten Termine finden Sie stets bei "Aktuelles".  Er ist z.B. häufiger beim Kinderbauernhof im Görlitzer Park oder beim Myfest auf dem Mariannenplatz oder zurjährlichen Fairen Woche Ende September.

Bericht über Aktionen 2005 (PDF, 1.26MB)

Weitere Interessenten können sich bei Annette Kübler melden.

Bilder zum Kaffeeparcours

Kinderquiz und Kreuzworträtsel zum Kaffeeparcours von Sandra Reda
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ASET e.V.




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